Die in Ihrer Zeitung als Beilage verbreitete angebliche „Informationsschrift“ des Familienbundes der Katholiken stellt sich tatsächlich als eine Hetzschrift gegen jegliche Art von Homosexualität heraus.
Insbesondere der Artikel „10 Thesen gegen die Homo-Ehe“ strotzt nur so von homophoben Gedankengut, von dem man glaubte, das dies, insbesondere nach den letzten Verlautbarungen des aktuellen Papstes, längst der Vergangenheit angehören würden.
Leider ist dies nicht so.
Neben vielen anderen kruden Äußerungen, sticht besonders die Aussage, dass mit der Homoehe das Aushöhlen des Inzestverbotes einhergehen würde, besonders hervor. Dies ist von einer solchen Geschmacklosigkeit und bösartigen Unterstellung, die kaum mehr zu überbieten ist.
Seit vielen Jahren versuchen engagierte Menschen in Politik und Gesellschaft die Diskriminierung von homosexuellen Menschen in unserer Gesellschaft zu überwinden und eine gesetzliche Gleichstellung von homosexuellen Paaren zu erreichen. Der Vorwurf, sie würden damit eine Diktatur anstreben, ist schlicht abwegig.
Der Verfasser stellt sich damit auf eine Stufe mit den rechtsradikalen und homophoben Strömungen in unserer Gesellschaft, die tatsächlich eine Diktatur anstreben. Wenn der katholische Familienbund diese Aussagen veröffentlicht, scheint er wohl einer Meinung mit dem Verfasser zu sein.
Besonders erstaunt sind wir, dass die Bayerische Staatsregierung solche Pamphlete finanziell fördert und damit auch einen Beitrag zur Förderung von homophoben Strömungen in der Gesellschaft beiträgt. Dies kann nicht im Sinne der Staatsregierung sein und wurde von Seiten des Landtags kritisiert. Solchem Gedankengut muss von Seiten der Staatsregierung eine klare Absage erteilt werden.
Insbesondere junge homosexuelle Menschen leiden unter der täglichen Diskriminierung der Gesellschaft. Seit Jahren schon liegen homosexuelle Jugendliche an der Spitze der Selbstmordstatistiken. Der immense Anpassungsdruck, der auf ihnen lastet, wird durch solche Schriften nur noch zusätzlich erhöht. Das sollten Verfasser solcher Schriften und deren Unterstützer bedenken, bevor sie so etwas veröffentlichen.
Franz Schenck Vorsitzender des SJR im Namen der Vorstandschaft des SJR Augsburg des Bayerischen Jugendrings K.d.ö.R.