Partizipationskonzept für eine jugendgerechte Kommune Augsburg

Der Stadtjugendring Augsburg, als freiwilliger Zusammenschluss von Jugendverbänden und Jugendgruppen in der Stadt Augsburg, hat die satzungsgemäße Aufgabe „junge Menschen zur aktiven Mitgestaltung der freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft zu befähigen, insbesondere durch Förderung des verantwortlichen und selbstständigen Handelns, des kritischen Denkens sowie des sozialen und solidarischen Handelns.“ Damit ist die Organisation von politischer Beteiligung und soziale Teilhabe junger Menschen eine originäre Aufgabe des SJR.

In seinen aktuell 16 Einrichtungen in fünf Stadtregionen, der offenen und aufsuchenden Jugendarbeit in der Stadt Augsburg und in verschiedenen Schulbetreuungen sind die politische Bildung und die Teilhabe junger Menschen zentrale Handlungsfelder.

Eine gleichberechtigte Teilhabe junger Menschen ist für die Zukunftsfähigkeit einer Kommune vor allem im Hinblick auf den demographischen und strukturellen Wandel unabdingbar. Jugendliche und junge Erwachsene können und wollen ihre Anliegen in die Stadtgesellschaft einbringen und an der Entwicklung der Stadtgesellschaft teilhaben.

Nur die aktive Teilhabe bewirkt, dass sich die junge Generation ernst genommen und aufgehoben fühlt. Dies trägt wesentlich zu einer Identifikation mit dem eigenen Lebensumfeld bei. Somit ist ein jugendgerechtes Augsburg ein wichtiger Standortfaktor.

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Durch die verantwortungsbewusste Teilhabe an politischen Entscheidungen, die sie heute und in Zukunft betreffen, erkennen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nicht nur politische Zusammenhänge. Zusätzlich werden Grundlagen demokratischer Meinungs- und Willensbildung lebendiger und durchschaubarer gemacht. Demokratie als Lebensform wird für die teilhabenden Kinder und Jugendlichen begreifbar.

Das vorliegende Konzept für die Stadt Augsburg soll dazu beitragen, die Beteiligung von jungen Menschen zu verankern, zu unterstützen und auszuweiten. Mit seinen unterschiedlichen Modulen ermöglicht es Jugendlichen, ihre Anliegen in verschiedenen Formen und Formaten einzubringen und sich so an der Entwicklung ihrer Stadt zu beteiligen. Auf kommunaler Ebene wird parallel eine Struktur aufgebaut, die Jugendliche unterstützt und es ihnen ermöglicht, sich gestalterisch und politisch einzubringen und mitzuwirken.

In seinem Positionspapier „Jugendgerechte Kommune Augsburg“ vom Mai 2018 fordert der Stadtjugendring Augsburg daher die gleichberechtigte Teilhabe junger Menschen im öffentlichen Raum. Als Expert*innen in eigener Sache müssen junge Menschen in alle Planungs- und Entwicklungsprozesse eingebunden werden. Die Bedürfnisse junger Menschen müssen insbesondere auch in der Stadtentwicklung und im Wohnungsbau berücksichtigt werden, da der öffentliche Raum als Lebens-, Begegnungs-, Inszenierungs- und Lernort auch Raum für Jugendliche sein muss und ihnen Gestaltungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten bieten muss.

Als Nutzer*innen des geplanten Raums von morgen müssen Jugendliche bei der Planung und Gestaltung eingebunden und in die Mitverantwortung genommen werden.

Die Beteiligung junger Menschen hat darüber hinaus präventive Wirkungen. Aktuell führt die Stadt Augsburg mit CTC (Communities that care) eine Präventionsstrategie ein, die sich mit sogenannten Risiko- und Schutzfaktoren im Kinder- und Jugendalter beschäftigt, die maßgeblich den Grundstein für eine hohe Lebensqualität, Sicherheit und ein gesundes Aufwachsen legt. Schutzfaktoren haben einen positiven Einfluss auf die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und wirken sich nicht nur auf die Jugendlichen, sondern auch auf die Stadt, in der sie leben, aus. In ihren Stadtteil, also dort wo Kinder und Jugendliche aufwachsen, sollen sie gefördert und unterstützt werden. Dazu tragen nicht nur starke Bindungen und eine Identifikation mit dem eigenen Lebensumfeld bei, sondern auch wesentlich die verfügbaren Chancen und Möglichkeiten, einen sinnvollen Beitrag zum eigenen sozialen Umfeld leisten zu können. Erfolgreiche Prävention vermittelt Fähigkeiten zur Teilhabe daher nicht nur, sondern initiiert und unterstützt die aktive Beteiligung mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten.

Die Partizipation junger Menschen trägt in der Stadt Augsburg somit auch dazu bei, dass ein gesundes Aufwachsen in einem sicheren sozialen Umfeld möglich ist. Mit dem vorliegenden Konzept will der Stadtjugendring Augsburg auch diesen präventiven Ansatz der Stadt Augsburg unterstützen und ergänzen.